Tschernobyl 2

In den Wäldern 10 km südliche vom Atomkraftwerk von Tschernobyl befindet sich eine strenggeheime Anlage. Tschernobyl 2. Das ist eine von drei Sowjetischen “hinter dem Horizont“ Radarstationen, zur Entdeckung von Raketenangriffen. Dieses System wurde während des Kalten Krieges in den 1950ern von den Sowjets entwickelt. Die ersten Tests damit wurden in den 1960ern durchgeführt, allerdings gab es einige Probleme, da das System nicht in der Lage war, die Gefahr zu erkennen, was die Frage aufwarf, ob es im Ernstfall eingesetzt werden kann. So kam es dann, dass das erste funktionierende System erst ende der 60er fertig gestellt wurde. Das erste Testsystem DUGA-1 wurde nahe der Stadt Mikolaiv in der Ukraine errichtet. Es war in der Lage den Abschuss einer Rakete zu registrieren, die aus dem 2500 km entfernten Bajkonur abgeschossen wurde. Nach diesem Test wurde DUGA-2 an derselben Stelle gebaut. Es war jetzt möglich Raketenabschüsse, die weit östlich und von einem U-Boot im Pazifischen Ozean abgefeuert wurden, zu registrieren. Beide Systeme waren im Osten Stationiert und waren relativ klein. DUGA-3 wurde dann im Westen errichtet und wurde dann auch “Das Auge Moskaus“ genannt. DUGA-3 war in Komsomolsk am Amur und Tschernobyl 2 stationiert und sollte die Überwachung der Europäischen Raumfahrt und die feindlichen Ziele in Nordamerika erleichtern. Man begann mit dem Bau der Radarstation Tschernobyl 2 1970 und als Teil dieser Station war da eine kleine Stadt nahe der Garnison der Radarstation, die 1000 Leute umfasste und deren Familien. Die Metallkonstruktion der Radarstation ist in zwei Teile aufgeteilt. Einer Antenne für kurze Frequenzen, die eine Höhe von 135-150 Meter und einer Länge von 500 Metern hat und einer für lange Frequenzen mit einer Höhe von 100 Metern und einer Länge von 250 Metern. Natürlich hatte die Anlage auch einige Gebäude für die Technik und für die Kontrolle des Radars. Die Station ist leicht zu sehen, auch von weiter Entfernung, was an der Größe des Ganzen liegt. Es ist auch nötig zu wissen, dass diese Anlage nur ein Empfänger war und zu dieser Station gehört auch eine Radioantenne, die in dem Chernihiv Areal lag im Komplex von Lubech 60 Kilometer von Tschernobyl entfernt. Diese Antenne war nicht so groß wie die anderen und wurde 1990 abgebaut. DUGA benötigte 10 Megawatt um funktionieren zu können. Auch wegen anderer Dinge, aber hauptsächlich deswegen wurde DUGA in unmittelbarer Nähe zum Atomkraftwerk von Tschernobyl gebaut, welches Zeitgleich errichtet wurde. Je nach Quelle kostete das Radar 7 Millarden Sowjetische Rubel. Die Kosten für das Atomkraftwerk von Tschernobyl waren nur halb so hoch. Während des Betriebes in den 70ern und 80ern fand man heraus, dass es dringend nötig war das Problem der störenden Frequenzen zu lösen. Während der Operationen hörte man ein knacken und so wurde das von der Sowjetunion ausgehende Geräusch von den westlichen Ländern als Russischer Specht bezeichnet. Es war ebenfalls nötig das Problem, des Zusammenlaufs zu lösen, dass die Frequenzen von DUGA und der Luftwaffe hatten. Dieses Problem wurde dann nach einer Modernisierung 1986 gelöst und nachdem das System offiziell Teil der Luftüberwachung SSSR wurde. Nach der Integration in das SSSR 1986 war das System jedoch gestört wegen der Katastrophe im Atomkraftwerk von Tschernobyl am 26.4.1986 und bis Ende 1987 lief das System teilweise alleine. Zusammen mit dem Beschluss, dass die gesamte Zone um das Atomkraftwerk evakuiert wird, wurde auch beschlossen, die Radarstation stillzulegen. Einige wichtige und teure Teile wurden ausgebaut und in die Anlage von Komsomolsk am Amur eingebaut. Bis zu dieser Zeit, ist Tschernobyl 2 so verlassen, wie all die anderen Orte und Gebäude in der Sperrzone.

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